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Donnerstag, 19. Januar 2012

Die Überraschung ist gelungen

Vor der Begegnung hätte es wohl kaum jemand für möglich gehalten: Mit 3:2 besiegte der VfB Friedrichshafen im letzten Vorrundenspiel der 2012 CEV Volleyball Champions League Russlands Champion Zenit Kazan.

Damit allerdings gelang es den Häflern nicht, die Spitzenposition in Pool B zu übernehmen. Sie gehen nun als Gruppenzweiter in das Achtelfinale am 1. und 8. Februar (jeweils +/- 1Tag)

Exakt 113 Minuten sind gespielt, als die Überraschung in der ZF Arena perfekt ist. Mustergültig bringt Idi den Aufschlag von Yuri Berezhko zur Zuspielposition. Juraj Zatko springt ab und versenkt den Ball so abgezockt als wäre er ein alter Hase per Einhandfinte in der anderen Spielhälfte. 3:2 (18:25, 25:18, 25:20, 21:25, 15:7) gewinnt der VfB Friedrichshafen gegen Zenit Kazan – der Deutsche Meister zwingt den russischen Champion am letzten Vorrundenspieltag der 2012 CEV Volleyball Champions League in die Knie und bringt diesem die erste Niederlage in diesem Wettbewerb bei.

„Die Jungs haben das gut gemacht. Mein Kompliment“, sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu nachdem sich die ersten Emotionen gelegt hatten. „Die Mannschaft hat gut harmoniert und über weite Strecken in nahezu allen Bereichen guten Volleyball gezeigt. Im Grunde genommen können wir zufrieden sein.“

Ein Aber klingt durch, wenn der Häfer Coach die Partie bewertet. Schließlich hatten seine Mannen die große Chance, die Überraschung zu einer echten Sensation werden zu lassen. Nur vier Punkte fehlten ihnen, um den großen Favoriten Kazan mit 3:1 zu besiegen und damit im Klassement der Gruppe B vorbeizuziehen. Mit 2:1 und 21:19 führte Friedrichshafen bereits im vierten Satz als das Starensemble von Trainer Wladimir Alekno seine Klasse ausspielte und den Durchgang noch zu seinen Gunsten drehte. Kazan sicherte sich damit einen wichtigen Punkt, um die Spitzenposition zu verteidigen.

„Wir haben in dieser Situation blöde Fehler gemacht, leichte Bälle vergeben und es dadurch nicht geschafft“, sagte Diagonalangreifer Oliver Venno, mit 21 Zählern punktbester VfB-Akteur, und brachte die Häfler Gefühlslage auf den Punkt. „Eigentlich ist es toll gegen Kazan zu gewinnen. Aber wir sind so knapp an Platz eins vorbei.“

Trotzdem aber stellten Venno & Co. vor 3.700 Zuschauern unter Beweis, dass sie es auch in dieser Saison mit den besten Teams Europas aufnehmen können. Statistisch betrachtet war der VfB den Gästen in fast allen Bereichen überlegen. Friedrichshafen hatte den bessern Aufschlag (106:96 Aufschläge insgesamt, 11:3 Asse), die bessere Annahme (62%:44% positive Annahmen) und den besseren Angriff (60:52 Punkte, 50%:46%). Einzig im Block hatte Kazan die Nase vorn (6:11 Blockpunkte).

„Stelu hat gesagt, wir sollen nicht mit der Brechstange spielen, sondern unseren Kopf einschalten“, erklärte VfB-Außenangreifer Milos Vemic das Erfolgsrezept und freute sich. „Es ist ein großartiges Gefühl, gegen eines der besten Teams der Welt zu gewinnen. Zu Hause haben wir in dieser Saison erst ein Mal verloren. Und dabei soll es auch bleiben.“


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